Wie alles begann...
Niemand hat ihn später noch einmal gesehen, jenen Holländer, der im Jahre 1908 auf der Heimreise aus Afrika in Linz Station machte, und die Badenden unter der Donaubrücke, junge Leute aus Linz und Urfahr, in die Geheimnisse des Spieles mit dem Lederball einwies, das bis dahin "hierorts" völlig unbekannt gewesen war.2 Tore ließ er aufstellen, Linz spielte gegen Urfahr, und als er nach kurzer Zeit wieder heimfuhr, ließ erneben seinem Ball auch jenen Funken Begeisterung zurück, den er selbst entzündet hatte, und wenn in Linz 30000 zusammenströmen, um ein Fußballspiel zu sehen, dann sollte man sich dieses Holländers erinnern, der anno 1908 ebenso rasch aufgetaucht, wie er wieder verschwunden war.
Nach seiner Abreise entstanden aus den vielen Burschen, die mit dem Holländer gespielt hatten, die Fußballmannschaften LSK beimTurnverein Siegfried Linz (heute Lask), SV Urfahr-Donaukai und FC Nußbaum (Steinmetzplatzl).
Von den in Urfahr balesternden Gruppen machten sich 2 Gschroppen, der eine hieß Othmar Holzer und der andere Willi Steininger auf den weg zum Herrn Rieseneder, um ihn klopfenden Herzens zu bitten, sie auf seiner aufgelassenen Loahmgruabn ein bisserl fußballspielen zu lassen.
Der Mann war nicht fad und später, als es bereits eine SV Urfahr gab, zählte er sogar zu den Stammbesuchern auf dem Fußballplatz.
Die 2 kickenden Gruppen schlossen sich zusammen, trotzdem durften sie aber noch nicht legal spielen. Keiner war älter als 17, und so wurstelten sie denn 4 Jahre dahin.
1912 war es dann soweit. Die SPORTVEREINIGUNG URFAHR wurde offiziell anerkannt. Vater Mayr gab den Namen her – die SVU wurde in den Büchern eingetragen, genehmigt, und das waren sie, die GRÜNDUNGSMITGLIEDER:
Josef Mayr sen. als 1. Obmann, Hans und Sepp Eigner, Othmar holzer, Wilhelm und Franz Steininger, Matthias Achleitner, Hans Meindl, Karl Kniemoos, Franz Beyda, Alfred Rosenberger, Karl Schwetz, Fritz Jungwirth, Karl Großmann, Josef und franz Karafiat, Fritz Liedl, Alfred und Heinz Tichy.
Nicht ganz 20 Burschen und Buben haben also die Sportvereinigung Urfahr, so benannt, weil von Beginn im Winter 1908 weg nicht nur Fußball gespielt wurde, aus der Taufe.
Der WAC und die Spielvereinigung Fürth schwebten den jungen Urfahranern als Vorbilder vor, und darum entschied man sich denn auch sofort für Schwarz – Rot als Vereinsfarbe.
Die Chronologie...
1913
Der Oberösterreichische Fußballverband wurde gegründet
1914 – 1918
Während des 1. Weltkrieges setzte der Vereinsbetrieb aus
1919
Unter Dr. Roland Loos wurde auf dem Jahrmarktgelände, wo der Sportplatz lag von neuem begonnen

SVU in den hellen Dressen!
1922
Eine groß angelegte Jugendwerbung begann
1924 – 1927
Die SVU plaziert sich in den Meisterschaften konstant im Mittelfeld
1927
Die SV Urfahr, mit Obmann Ing. Schobloch, Sektionsleiter Willi Steininger und Jugendleiter Karl Seifried, wurde vor dem Lask Meister von Oberösterreich
Die 1. Meistermannschaft:
Franz Ertl, Miegl, Six, Pichler, Mühlberger, Korntner, Krapf, Wolf, Mack, Öhmer, Haselgruber

Das obige Bild stammt aus dem Archiv des Lask Hier gibt es eine kleine Diskrepanz zu den übrigen Chroniken. Aus SVU-Sicht ist zu vermerken, dass der Landesmeistertitel 1927 und nicht 1928 (Lask-Chronik) an die SV Urfahr ging:
1933 und 1934
Erneut wird die SVU Landesmeister und auch Cupsieger
1935
SVU wird Landesmeister
1936
O.Ö. Cupsieger
1937 – 1945
Die SVU spielt während der turbulenten NS - Zeit in der Bezirksklasse Oberdonau
1946 –1948
Nach dem Krieg wird Meisterschaft in der 1. Klasse gespielt
1948
Gründung der Staatsliga
Gründung der Landesliga mit der Sportvereinigung Urfahr
1950
Gründung der Staatsliga B
1951
Die SVU wird erstmals nach dem Krieg oderösterreichischer Cupsieger
1952
Landeshauptmann Dr. Gleißner eröffnet zu Ostern die neue Sportanlage der Sportvereinigung Urfahr an der Ferihumerstraße (heutiger Standort)
1953
SVU wird Meister der 1.Landesliga und steigt in die Staatsliga B auf

stehend v.l.: Freudenthaler III, Stranz, Freudenthaler II, Kuntner, Schwaighofer I, Grinzinger, Hartl, Lutz, Leibetseder
vorne v.l.: Wolkerstorfer, Kubecka, Reisner, Peneder
1954
SVU steigt unglücklich aus der Staatsliga B ab
Eine Hochwasserkatastrophe zerstört nahezu die gesamte SVU-Sportanlage
1955
Nach den Aufräumarbeiten wird der SK Admira Untermieter am SVU – Platz
1960
Eine Regionalliga wird erstmals gegründet. Die SV Urfahr bleibt aber in der 1. Landesliga
1963
Abstieg in die Bezirksklasse Ost
1965
Im Jänner erscheint erstmals eine Ausgabe der "SVU – Vereinspost". Initiator und Chefredakteur ist Walter Reischl
1966
Die SV Urfahr wird Meister in der Bezirksklasse Ost und steigt wieder in die Landesliga auf

1967
SV Urfahr wird Vizelandesmeister und O.Ö. Cupsieger. Man qualifiziert sich dadurch für die Teilnahme am ÖFB – Cup.
Austria Wien ist am 13.08.1967der Gegner am SVU - Platz. Die SV Urfahr unterliegt vor 3.500 Zusehern mit 0:8.
Sparta Prag schlägt die SVU in Freundschaft 2:10

Spielszene aus SV Urfahr - Austria Wien (0:8)
1968
In Prag hält die SVU gegen den CSSR – Tabellenführer Sparta Prag lange ein 1:1, und muß erst in den letzten 5 Spielminuten noch 2 Gegentore hinnehmen
1969
SV Urfahr erreicht erneut den O.Ö. Cupsieg und qualifiziert sich für den ÖFB – Cup.
SK Rapid Wien mit 8 Nationalspielern, ist in einem denkwürdigem Spiel der Gegner am mit 4.500 Zusehern gefüllten SVU – Platz.
Die SVU wird nach heroischem Kampf äußerst knapp mit 0:1 besiegt. Johnny Bjerregaard scorte für die Wiener
1970
Die Flutlichtanlage wird errichtet. Ein Werk der Funktionäre Reischl, Knollmaier, Horcicka, Feichtinger und Pfund
1971
Die SV Urfahr steigt in die 2. Landesliga ab
1972
Sofortiger Wiederaufstieg in die 1. Landesliga
1974
Gründung der 1. und 2. Bundesliga. Die Regionalliga verschwindet
1975
Die SVU steigt in die 2. Landesliga ab
Es findet das größte Juniorenturnier von Oberösterreich in Urfahr statt. Teilnehmende Mannschaften sind: Nottingham, Grasshoppers Zürich, 1860 München, FC Grenoble, AS Vicenza, Slovan Laibach und Austria Wien
1976
Gründung der Unterliga Ost und West. SV Urfahr ist in der Unterliga ost eingeteilt
1977
SVU steigt in die Bezirksklasse Nord ab
Unbenennung der Unterliga Ost/West in 2. Landesliga Ost/West
1978
Zum 1. Mal findet das Knollmaier-Steininger Gedenkturnier für Kampfmannschaften statt. Sieger wird SK Donau Linz
1980
SV Urfahr wird Meister der Bezirksklasse Nord und steigt in die 2. Landesliga Ost auf

1982
Das neue Sportheim wird am 30.09.1982 durch Landeshauptmann-Stv. Gerhard Possart feierlich eröffnet. Die legendäre " Holzbaracke" hat somit ausgedient

Die legendäre Holzbaracke
1983
Die SVU wird Meister in der 2.Landesliga Ost und steigt in die 1. Landesliga auf
1984
Abstieg in die 2. Landesliga Ost
1988
SV Urfahr steigt in die Bezirksliga Nord ab.
Zum letzten mal erscheint eine Ausgabe der "SVU-Vereinspost" unter der Chefredaktion von Walter Reischl.
Die neue Vereinszeitschrift nennt sich nunmehr "SVU – Journal"
1993
Unter Trainer Nußbaumer erreicht die SV Urfahr den Herbstmeistertitel

hinten v.l.: Trainer Nußbaumer, S.lt. Zechmeister, Sivilioglu, Dochnal Th., Wortner, Hintersteiner, Dochnal Mi., Gstöttenmaier
vorne v.l.: Mara, Enzenebner, Fritscher, Wolfschlucker, Dochnal H.J., Mayr, Koll, Petrovic
(das Foto entstand nach dem 1:0 Auswärtserfolg über SK Admira in der Hinrunde; im Hintergrund die jubelnden Fans)
1994
Die SV Urfahr hält ein 1-wöchiges Trainingslager in Side/Türkei ab
Vizemeistertitel in der Bezirksliga Nord
Gründung der Regionalliga Mitte (O.Ö., Stmk., Kärnten)
1998
Der Hausanbau mit Klubheim und Kabinentrakt wird fertiggestellt, und bei der Weihnachtsfeier erstmals genutzt
1999
Am 19.Juli 1999 erfolgt der Spatenstich zur Errichtung einer überdachten Sitzplatztribüne entlang des Hochwasserschutzdammes
2000
Im Mai 2000 erfolgte die Fertigstellung der Zuschauertribüne
Das Hauptfeld wurde teilsaniert, das Trainingsfeld generalsaniert
Es erscheint die letzte Ausgabe des "SVU – Journales"
2001
Die SV Urfahr steigt aus der Bezirksliga Nord in die 1. Klasse Mitte ab
Das Lutz-Feichtinger Gedächtnisturnier (vormals Knollmaier-Steininger Turnier)für Kampfmannschaften wurde erfolgreich ins Leben gerufen. Erster Sieger ist Regionalligist FC Blau Weiß Linz
2002
Die SV Urfahr wird Vizemeister in der 1. Klasse Mitte
Die SV Urfahr Homepage wird ins Leben gerufen, und erfreut sich steigender Beliebtheit, vor allem bei den jungen Urfahranern (www.svurfahr.at)
Am 29.06.2002 findet am SV Urfahr-Platz anläßlich des 90.-jährigen Bestandsjubiläums ein Fest mit zahlreicher Prominenz aus Sport,Politik, Presse ... statt

Die SVU-Mannschaft in der Saison 2001/02:
hinten v.l.: Trainer Stummer, Lerch, Riegler, Mayr, Dochnal Mi., Stummer P., Iankovski, Plöchl, Emrulay, Sek.lt. Enzenebner
vorne v.l.: Sivilioglu, Sijak, Mandl, Radmayr, Hartmann, Prehauser, Vincenec, Racaj
Im Juli findet das Lutz-Feichtinger – Turnier zum 2-ten mal statt, Sieger Blau Weiß Linz.
Im August verwüstet ein verheerendes Hochwasser den SV Urfahr-Platz.
Alle Spiele der Hinrunde für die Meisterschaft 02/03 (Nachwuchs + Erwachsene) müssen Auswärts ausgetragen werden.
Fehlende Einnahmen bringen die SV Urfahr in große Existenzbedrängnis. Die Sanierung der Sportanlage verzögert sich.
2003:
Alle Spiele der Rückrunde werden auf der Anlage der Sportunion Urfahr in der Freistädterstr. ausgetragen. Knapp kann der Abstieg der Kampfmannschaft aus der 1. Klasse verhindert werden (8.Platz).

Die SVU-Mannschaft in der Saison 2002/03:
hinten v.l.: Pötscher, Polster St., Marasoiu T., Dlapka, Dokuz, Emrulay, Woromsky, Iankovski, Trainer Marasoiu
vorne v.l.: Dascalu, Fingerlos, Wagner, Hartmann, Canbay, Mandl, Buta
Endlich wird ein neuer Rollrasen am SVU-Platz verlegt. Die Heimspiele können nun wieder dort ausgetragen werden.
2004:
Die Kampfmannschaft belegt in der Meisterschaft 03/04 den 5. Platz. Aufsteiger Blau Weiß Linz 1b.
Im Sommer werden aufgrund der Umstürzgefahr alle Pappeln auf der SVU-Sportanlage gefällt.
Die SV Urfahr geht eine Spielgemeinschaft mit den Lask-Amateuren ein.
Die Herbstmeisterschaft endet trotz einiger Neuerwerbungen desaströs mit 5 Punkten am vorletztn Tabellenplatz
2005:
Die Kampfmannschaft wird stark umgebaut.
Es wird ein Trainingslager in der Türkei abgehalten. Trotz einer guten Rückrunde kann der Abstieg in die 2. Klasse nicht verhindert werden, der 3-letzte Platz reicht nicht!

Die Spielgemeinschaft mit den Lask – Amateuren wird aufgelöst.
Am 1. Juli wird Reinhard Enzenebner zum Obmann gewählt.
Ein Präsidium wird gegründet, dem Hr. Mag. Herman als Präsident vorsteht
Die Obmänner...
1912
Gründungsobmann Josef Mayr sen.

1913-1914
Franz Steininger
1919
Dr. Roland Loos

1920
Othmar Holzer
1921-1923
Ing. Kadis
1924-1925
Ing. Paul Schobloch

1926
Ludwig Hattendorf
1927
Oberstltnt. Hugo Leskovitz
1928-1929
Ing. Hermann Weidenholzer
1930-1941
Ing. Paul Schobloch
1942-1945
Dir. Franz Forsthuber
1945-1947
Wilhelm Steininger
1948
Dr. Rudolf Weixlbaumer
1949
Wilhelm Steininger
1950 – 1955
Rudolf Ertl
1956-1960
Othmar Holzer
1961-1962
Anton Radvanyi
1963-1964
Alois Heuzonter
1965-1971
Walter Reischl
1972-1974
Dr. Rudolf Weixlbaum
1975-1976
Ernst Leibetseder
1977-1984
Walter Reischl
1985-1989
Ernst Leibetseder
1990-1995
Dr. Norbert Freilinger
1996-1997
Gerhard Stummer
1998-2005
Peter Holzweber

seit 2005

Obm. Ing. R. Enzenebner Präs. Mag. G. Herman
... die Nationalteamspieler der SV Urfahr...
zwischen 1929 u. 1936 (Berlin, Olympia):

Franz Fuchsberger (Bild oben) mit 9 Einsätzen
Karl Wahlmüller mit 4 Einsätzen
Rudolf Ertl mit 3 Einsätzen
Heinz Miegl mit 1 Einsatz
Diese Chronik wurde anläßlich des 90 – jährigen Bestandsjubiläums von Enzenebner Reinhard, Sektionsleiter der SV Urfahr, unter Zuhilfenahme der im Archiv aufgelegenen Vereinszeitungen "SVU-Vereinspost" und "SVU-Journal", sowie hoffentlich authentisch wiedergegebenen, schriftlichen als auch mündlichen Überlieferungen zusammengestellt, und wird laufend aktualisiert!
Linz, im Juni 2002